Für PV-Thermografie gibt es selten nur einen Anlass – und in diesem Spätsommer kommen gleich drei zusammen: Das Zeitfenster für eine belastbare Messung schließt sich mit dem Herbst, viele Anlagen wurden gerade erst installiert, und bei den ersten PV-Anlagen aus der großen Ausbauwelle läuft in diesen Monaten die gesetzliche Gewährleistung aus. Wer eine dieser drei Situationen erkennt, sollte jetzt handeln.
Grund 1: Das Sommerende ist das letzte verlässliche Zeitfenster
Eine belastbare Thermografie-Aufnahme braucht ausreichend Sonneneinstrahlung – mindestens 600 W/m² für einen klaren thermischen Kontrast zwischen gesunden und defekten Zellen (Haustec). In Deutschland ist das verlässlich nur zwischen etwa April und September gegeben; danach reicht die Einstrahlung an vielen Tagen nicht mehr aus. Wer die Wochen bis Ende September beziehungsweise Anfang Oktober verstreichen lässt, muss in der Regel bis zum nächsten Frühjahr auf das nächste Zeitfenster warten.
Grund 2: Neuinstallation – Abnahme-Thermografie deckt Montagefehler auf
Wer seine PV-Anlage gerade erst in Betrieb genommen hat, profitiert von einer Thermografie direkt nach der Installation. Sie macht genau jene Mängel sichtbar, die bei der klassischen Sichtprüfung häufig übersehen werden: schlecht sitzende MC4-Steckverbindungen mit erhöhtem Übergangswiderstand, thermisch ungünstig montierte Wechselrichter oder Kontaktfehler an frisch verlegten Kabeln. Laut einer Übersicht zu häufigen Installationsfehlern gehören unzureichend eingerastete Steckverbindungen und Wärmestau am Wechselrichter zu den wiederkehrenden Mängeln bei der Abnahme neuer Anlagen – Fehler, die sich in der Frühphase meist problemlos und ohne Streit mit dem Installationsbetrieb beheben lassen.
- Steckverbindungen: nicht vollständig eingerastete MC4-Stecker erzeugen Übergangswiderstand, Erwärmung und im Extremfall Lichtbögen (photovoltaik.info).
- Wechselrichter-Montage: ungünstiger Standort oder fehlende Kühlabstände führen zu Überhitzung, Leistungsdrosselung oder vorzeitigem Ausfall.
- Erdung und Potenzialausgleich: eine fehlerhafte Verbindung des Montagesystems ist im Thermogramm nicht sichtbar, gehört aber zur begleitenden Sicherheitsprüfung bei der Abnahme.
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Grund 3: Die Gewährleistung läuft aus – jetzt dokumentieren, statt später streiten
Bei PV-Anlagen ist es sinnvoll, den Zustand rechtzeitig vor Ablauf möglicher Gewährleistungsfristen zu dokumentieren. Welche Frist im Einzelfall gilt, hängt von der Vertragsgestaltung und der rechtlichen Einordnung der Anlage ab; je nach Einbausituation kommen zwei oder fünf Jahre in Betracht (pvrecht.com und hwk-nordostbayern).
Eine Thermografie kurz vor Fristende kann helfen, Auffälligkeiten wie Hotspots, Kontaktfehler oder andere thermische Anomalien nachvollziehbar festzuhalten. Zusätzlich können Hersteller freiwillige Produkt- und Leistungsgarantien gewähren, die unabhängig von der gesetzlichen Gewährleistung gelten und eigenen Bedingungen unterliegen. Solche Herstellergarantien für Module oder Wechselrichter laufen oft über viele Jahre und betreffen andere Ansprüche als die gesetzliche Gewährleistung des Installationsbetriebs (sunshineenergy.de).
Wie SKYLENZ die Prüfung durchführt
SKYLENZ setzt für alle drei Anlässe in der Regel die DJI Matrice 4T ein: 640 × 512 Pixel Thermalauflösung, zusätzlich 1.280 × 1.024 Pixel im hochauflösenden Thermal-Modus, thermische Empfindlichkeit ≤ 50 mK NETD sowie 48-MP-RGB-Kamera für die eindeutige Zuordnung jedes Befunds. Die Vorgehensweise orientiert sich an den Anforderungen der IEC TS 62446-3, der technischen Spezifikation für die Infrarot-Thermografie an Photovoltaikanlagen im Außenbereich. Am Ende steht ein dokumentierter Befundbericht – die Grundlage, um Mängel gegenüber dem Installationsbetrieb geltend zu machen oder Reparaturen vor dem Winter zu veranlassen.
Häufig gestellte Fragen
Bis wann im Jahr ist eine PV-Thermografie noch sinnvoll?
In der Regel bis Ende September / Anfang Oktober, solange die Einstrahlung an klaren Tagen noch ausreicht. Danach sinkt die Aussagekraft der Messung deutlich, und von November bis Februar ist eine belastbare Thermografie praktisch nicht mehr möglich.
Wie lange gilt die gesetzliche Gewährleistung bei einer PV-Anlage?
Das hängt von der Einbauart ab: Bei fest mit dem Gebäude verbundenen Anlagen mit Bauwerksqualität gilt in der Regel eine Frist von fünf Jahren ab Abnahme, bei einfacheren Montagen ohne Bauwerksqualität teilweise nur zwei Jahre. Maßgeblich ist das Übergabeprotokoll als Fristbeginn.
Warum sollte eine neu installierte PV-Anlage sofort per Thermografie geprüft werden?
Weil sich typische Montagefehler – etwa an Steckverbindungen oder am Wechselrichter – am schnellsten und unkompliziertesten beheben lassen, solange die Anlage noch frisch ist und der Installationsbetrieb unmittelbar in der Verantwortung steht.
Was kostet eine PV-Thermografie durch SKYLENZ?
Der Preis richtet sich nach Anlagengröße, Zugänglichkeit und gewünschtem Prüfumfang. Los geht es bei 100€. Ein unverbindliches, individuelles Angebot erhalten Betreiber über die Kontaktseite von SKYLENZ.
Ersetzt eine Thermografie die reguläre Wartung der PV-Anlage?
Nein. Die Thermografie ergänzt die technische Wartung, indem sie elektrische und thermische Auffälligkeiten sichtbar macht, die bei einer rein visuellen Kontrolle unentdeckt bleiben. Beide Maßnahmen sinnvoll kombiniert schützen Ertrag und Anlagensicherheit am besten.
Fazit
Ob Sommerende, frische Installation oder auslaufende Gewährleistung: In allen drei Fällen schafft eine Thermografie-Aufnahme Klarheit, bevor es teuer oder rechtlich kompliziert wird. Wer eine dieser Situationen bei sich erkennt, sollte das verbleibende Zeitfenster jetzt nutzen.
Sie erkennen sich in einem der drei Gründe wieder? Kontaktieren Sie SKYLENZ für eine unverbindliche Einschätzung Ihrer Anlage.
Quellen:
Haustec, PV-Thermografie: So bleiben PV-Anlagen sicher und wirtschaftlich — https://www.haustec.de/energie/pv-module/pv-thermografie-so-bleiben-pv-anlagen-sicher-und-wirtschaftlich
photovoltaik.info, Häufige Fehler bei PV-Montage und Abnahme — https://www.photovoltaik.info/haeufige-fehler-pv-montage-abbnahme/
pvrecht.com, PV-Anlage als Bauwerk – Verjährung § 634a BGB — https://pvrecht.com/thema/pv-anlage-bauwerk-verj%C3%A4hrung-634a-bgb
Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, 5-jährige Gewährleistungsfrist bei Photovoltaikanlagen? — https://www.hwkno.de/artikel/5-jaehrige-gewaehrleistungsfrist-bei-photovoltaikanlagen-76,0,4159.html
sunshineenergy.de, PV-Garantie & Gewährleistung 2026 — https://sunshineenergy.de/photovoltaik-ratgeber/laufender-betrieb/pv-garantie-gewaehrleistung/
IEC TS 62446-3, DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik — https://www.dke.de/de/normen-standards/dokument?id=7095524&type=dke%7Cdokument
REDAKTION
Björn Alexander
Redaktion & Gründer SKYLENZ
Meteorologe, Fachjournalist und Drohnenpilot mit STS-Lizenz. Recherchiert, verfasst und redigiert Beiträge auf skylenz.de.

