Nordrhein-Westfalen bekommt trotz eines sonnenreichen Sommers 2026 spürbar weniger neue Solaranlagen. Das zeigt eine Auswertung des Landesverbands Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) auf Basis des Marktstammdatenregisters, über die auch die tagesschau berichtete: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 908 Megawatt (MW) neue Solarstrom-Leistung installiert – 3,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und damit der zweite Rückgang in Folge. Für Betreiber bestehender Anlagen ist das kein Grund zur Entwarnung, im Gegenteil: Der wachsende Bestand an Solaranlagen in NRW braucht gerade jetzt mehr Aufmerksamkeit, nicht weniger.
Die Zahlen im Überblick
- 908 MW Zubau: im ersten Halbjahr 2026 neu installierte Solarstrom-Leistung in NRW, verteilt auf 82.751 neue Anlagen.
- 15.151 MW Gesamtbestand: NRW überschritt im ersten Halbjahr 2026 erstmals die Marke von 15.000 MW installierter Solarleistung.
- Platz zwei im Ländervergleich: NRW liegt beim Leistungszubau hinter Bayern (1.831,7 MW), aber vor allen anderen Bundesländern.
- 690 MW auf Dächern: rund drei Viertel des Zubaus entfielen auf Dachanlagen, mit 41.282 neuen Installationen – jede zweite neue Anlage im Land.
- Über 41.000 Balkonkraftwerke: sie machen die Hälfte der neuen Anlagenzahl aus, aber nur rund 6 Prozent der neu installierten Leistung.
- 17 Prozent Freiflächen-Anteil: der Anteil der Freiflächen-Photovoltaik am Leistungszubau wächst von rund 6 Prozent (2024) über knapp 12 Prozent (2025) auf 17 Prozent (2026) – bei einem mittelfristigen Landesziel von 50 Prozent.
Warum der Ausbau bremst
Christian Vossler, Geschäftsführer des LEE NRW, macht vor allem energiepolitische Unsicherheit auf Bundesebene für die Entwicklung verantwortlich: „Ohne den anhaltend starken Ausbau von Gebäudesolaranlagen sähen die Zahlen für NRW noch schlechter aus.“ Der Verband kritisiert insbesondere zwei geplante Änderungen: die ersatzlose Abschaffung des Ausschreibungssegments für Agri-, Floating- und Parkplatz-Photovoltaik sowie die geplante Streichung der Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 Kilowatt ab 2027. Nach Vosslers Einschätzung gefährdet das „gerade die Anlagen, die für viele Bürgerinnen und Bürger einen Einstieg in die Energiewende ermöglichen“.
Für die Betreiberseite heißt das: Wer jetzt eine neue Anlage plant, sollte die Förderlage im Blick behalten. Wer bereits eine Anlage betreibt, profitiert dagegen von einer Entwicklung, die im Zahlenbild zunächst unauffällig wirkt, aber langfristig relevant ist – der Bestand wächst weiter, nur langsamer.
Was das für Betreiber bestehender Anlagen bedeutet
Weniger Neubau bedeutet nicht weniger Verantwortung für den Bestand. Im Gegenteil: NRW hat mit über 15.000 MW installierter Leistung inzwischen einen Solaranlagenbestand erreicht, der so groß ist wie nie zuvor – und der jedes Jahr weiter altert. Je unsicherer die Förderlage für Neuanlagen wird, desto wichtiger wird es für Betreiber, die Leistungsfähigkeit und Sicherheit ihrer bestehenden Anlage zu erhalten, statt auf einen Neubau mit ungewisser Förderung zu setzen.
Besonders interessant ist die wachsende Bedeutung der Freiflächen-Photovoltaik: Mit einem Anteil von 17 Prozent am Zubau und einem Landesziel von 50 Prozent wird dieses Segment in den kommenden Jahren spürbar größer – und damit auch der Bedarf an regelmäßiger Thermografie-Kontrolle für Solarparks. Wir haben diesen Zusammenhang bereits in unserem Beitrag „Solarstrom-Rekord in der EU: Warum jetzt jede PV-Anlage eine Thermografie-Kontrolle braucht“ eingeordnet.
Für private und gewerbliche Betreiber am Niederrhein gilt daher: Eine regelmäßige Drohnen-Thermografie deckt Hotspots an Modulen, Anschlüssen und Steckverbindungen auf, bevor daraus ein Leistungsverlust oder ein Sicherheitsrisiko wird – unabhängig davon, wie sich der Neubau in den kommenden Jahren entwickelt.
Lese-Tipp: Spätsommer ist Thermografie-Saison: Der beste Zeitpunkt für die Drohnenprüfung Ihrer PV-Anlage
Fazit
Der PV-Ausbau in NRW verlangsamt sich zum zweiten Mal in Folge, während der Bestand an Anlagen gleichzeitig auf einen neuen Höchststand wächst. Für Betreiber ist das ein guter Anlass, den Fokus von der Frage „Wann baue ich neu?“ auf die Frage „Wie gut ist meine bestehende Anlage geprüft?“ zu verschieben.
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Fakten in der Übersicht
Warum sinkt der Photovoltaik-Ausbau in NRW 2026?
Laut LEE NRW vor allem wegen energiepolitischer Unsicherheit auf Bundesebene – insbesondere der geplanten Streichung der Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 25 Kilowatt ab 2027 und dem Wegfall des Ausschreibungssegments für Agri-, Floating- und Parkplatz-Photovoltaik. Ohne den weiterhin starken Zubau von Dachanlagen wäre der Rückgang laut Verband noch deutlicher ausgefallen.
Wie groß ist der Photovoltaik-Bestand in NRW aktuell?
Nordrhein-Westfalen hat im ersten Halbjahr 2026 erstmals die Marke von 15.000 Megawatt installierter Solarleistung überschritten – rund 15.151 MW. Damit ist der Gesamtbestand trotz sinkendem Zubau so groß wie nie zuvor und wächst mit jedem Halbjahr weiter.
Was bedeutet die geplante Streichung der Einspeisevergütung für bestehende Anlagen?
Die geplante Streichung betrifft laut LEE NRW vor allem neue Kleinanlagen bis 25 Kilowatt ab 2027 – nicht bereits bestehende Verträge, die für ihre vertraglich zugesicherte Laufzeit weitergelten. Für Betreiber bestehender Anlagen wird dadurch aber der Werterhalt der eigenen Anlage wichtiger, da eine vergleichbar attraktive Neuinvestition künftig schwieriger wird.
Wie oft sollte eine PV-Anlage thermografisch geprüft werden?
Als Faustregel empfiehlt sich eine Thermografie-Kontrolle mindestens alle zwei bis drei Jahre. Bei Freiflächenanlagen und nach extremen Wetterereignissen wie Sturm, Hagel oder langen Hitzeperioden ist eine jährliche Prüfung sinnvoll. Ein auffälliger Leistungsabfall sollte immer Anlass für eine kurzfristige Kontrolle sein.
Was kostet eine Drohnen-Thermografie durch SKYLENZ?
Der Preis richtet sich nach Anlagengröße, Zugänglichkeit und Prüfumfang – etwa Dachanlage oder Freifläche, mit oder ohne zusätzliche RGB-Dokumentation. Grundsätzlich startet eine PV-Thermografie bei rund 100 Euro. Ein unverbindliches, individuelles Angebot erhalten Sie über die Kontaktseite von SKYLENZ.
Lohnt sich eine Thermografie-Prüfung auch bei Freiflächen-Solaranlagen?
Ja – gerade bei Freiflächenanlagen mit vielen Modulreihen lassen sich per Drohne in kurzer Zeit große Flächen lückenlos prüfen. Angesichts des wachsenden Freiflächen-Anteils am NRW-Zubau von aktuell 17 Prozent, mit einem Landesziel von 50 Prozent, wird dieser Anwendungsfall zunehmend relevant.
Quellen:
LEE NRW / pv magazine Deutschland, Trotz Rekordsonne weniger Solarausbau in NRW — https://www.pv-magazine.de/unternehmensmeldungen/trotz-rekordsonne-weniger-solarausbau-in-nrw/
tagesschau.de / WDR, Strom aus Sonne: Weniger neue Solarzellen im ersten Halbjahr in NRW — https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-strom-aus-sonne-weniger-neue-solarzellen-im-ersten-halbjahr-in-nrw-100.html
energie & management, Solarausbau in NRW geht zum zweiten Mal in Folge zurück — https://e12m.energie-und-management.de/nachrichten/detail/solarausbau-in-nrw-geht-zum-zweiten-mal-in-folge-zurueck-373797

