Schornsteine, Freileitungsmasten, Wassertürme, Brücken, Fassaden, Silos: Wer solche Bauwerke regelmäßig prüfen muss, kennt das Problem. Der eigentliche Blick auf den Zustand dauert oft nur wenige Minuten – der Weg dorthin dagegen Tage. Gerüstbau, Seilklettertechnik oder Hubarbeitsbühne binden Personal, verursachen Stillstand und bringen ein Sicherheitsrisiko mit sich, das sich mit Drohnentechnik heute in vielen Fällen vermeiden lässt.
Wo klassische Verfahren an ihre Grenzen kommen
Höhenarbeiten gehören laut DGUV-Statistik zum Arbeitsunfallgeschehen 2023 zu den Unfallschwerpunkten in Deutschland: Im Berichtsjahr wurden bundesweit 36.051 meldepflichtige Absturzunfälle erfasst, 48 davon endeten tödlich. Allein bei Gerüsten (ohne Fahr- und Behelfsgerüste) waren es 1.559 meldepflichtige Unfälle, bei „sonstigen baulichen Einrichtungen in der Höhe“ weitere 1.877 – mit einem auffällig hohen Anteil tödlicher Unfälle von rund 21 Prozent an dieser Kategorie.
Dazu kommt der organisatorische Aufwand: Gasfreimessung, persönliche Schutzausrüstung, Rettungskonzept und Rettungskette, Abstimmung mehrerer Gewerke – und am Ende oft ein mehrtägiger Anlagenstillstand, nur um eine Sichtprüfung durchzuführen, die sich in vielen Fällen auch berührungslos aus der Luft erledigen lässt.
Was Drohnen an Infrastruktur heute leisten
Der Einsatzbereich reicht weit über einzelne Dächer oder PV-Anlagen hinaus. Typische Objekte für eine Drohnen-Inspektion sind:
- Schornsteine und Industrieanlagen: Außenbefliegung von Schornsteinen sowie Innenbefliegung von Zyklonen, Brennkammern und Abluftleitungen über vorhandene Zugangsöffnungen.
- Freileitungsmasten und Trassen: Visuelle und thermografische Kontrolle von Masten, Leiterseilen und Isolatoren entlang längerer Streckenabschnitte.
- Wassertürme, Silos und Behälter: Zustandskontrolle von Außenhülle, Beschichtung und Anbauteilen ohne Gerüst oder Besteigung.
- Brücken und Fassaden: Sichtprüfung von Unterseiten, Fugen und Bauteilen, die vom Boden aus nicht oder nur eingeschränkt einsehbar sind.
Praxisbeispiele aus Netzwirtschaft und Kommunen
- Netzbetreiber: Netze BW setzt Drohnen für Sonderinspektionen an Strom- und Freileitungsmasten ein, die bis zu 70 Meter hoch sein können. Automatisierte Flugmuster um Mast und Leiterseile liefern hochauflösende Bilder zur Erkennung von Schäden und Fremdkörpern wie Vogelnestern – Monteurinnen und Monteure müssen dafür nicht mehr bei Wind und Wetter auf die Masten steigen. Mittlerweile ist laut Netze BW jedes Betriebszentrum mit zwei ausgebildeten Drohnenpilotinnen bzw. -piloten und einer Drohne ausgestattet.
- Kommunale Netzdokumentation: Die Stadtwerke Saarlouis erfassten im Zuge einer GIS-Umstellung ihr komplettes Freileitungsnetz – rund 400 Hektar mit etwa 4.000 Dachständern – per Starrflügeldrohne, weil viele Dachständer auf Giebeldächern vom Boden aus kaum sicher zu erfassen waren. Die Befliegung erreichte laut Business Geomatics eine Bodenauflösung von rund 2 Zentimetern und lieferte im Anschluss präzise Orthofotos und 3D-Oberflächenmodelle für die Datenbank.
Auch bei den reinen Zugangskosten zeigt sich der Unterschied: Schon ein einfaches Fassadengerüst kostet laut Marktdaten aus dem Gerüstbau für 200 Quadratmeter zwischen 900 und 3.000 Euro – bei Sonderkonstruktionen, großen Höhen oder Industrieanlagen liegen die Kosten deutlich darüber. Eine Drohnenbefliegung ersetzt diesen Zugangsaufwand in vielen Fällen vollständig.
Was das für Kommunen, Netzbetreiber und Industrie am Niederrhein bedeutet
SKYLENZ bringt die Kompetenz aus der Dach- und Gebäudeinspektion – bereits etabliert für PV-Anlagen, Fassaden und Bauwerke – auf weitere Infrastruktur: Wassertürme, Schornsteine, Masten, Brücken und Industrieanlagen im Sichtflugbereich. Mit unseren Drohnen lassen sich hochauflösende RGB- und Thermografieaufnahmen erstellen, ohne dass jemand die Anlage besteigen oder ein Gerüst aufgebaut werden muss.
Für Kommunen bedeutet das: regelmäßige Zustandskontrollen von Wassertürmen, Brücken und öffentlichen Gebäuden ohne Vollsperrung oder monatelange Vorplanung. Für Netzbetreiber und Industrieunternehmen: eine schnelle, dokumentierte Bestandsaufnahme, die sich in laufende Wartungsfenster einpassen lässt, statt einen eigenen Stillstand zu erfordern.
Wie ein solcher Einsatz konkret abläuft – von der Genehmigung bis zum Befundbericht – haben wir bereits in unserem Beitrag „Genehmigt, versichert, zertifiziert: So arbeitet SKYLENZ bei jedem Drohneneinsatz“ beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bauwerke lassen sich per Drohne inspizieren?
Grundsätzlich alle hochliegenden oder schwer zugänglichen Bauteile im Sichtflugbereich: Schornsteine, Fassaden, Dächer, Wassertürme, Brücken, Freileitungsmasten, Silos und Industrieanlagen. Bei Innenbefliegungen von Schornsteinen oder Behältern reicht häufig ein etwa manngroßer Zugang aus.
Ist eine Drohneninspektion wirklich sicherer als Seilklettertechnik?
Ja – die Drohne selbst besteigt keine Anlage und keine Person begibt sich in die Höhe. Laut DGUV-Unfallstatistik 2023 gehören Absturzunfälle mit 36.051 meldepflichtigen Fällen und 48 Todesfällen zu den zentralen Risiken bei Höhenarbeiten; ein Großteil dieser Exposition entfällt bei einer berührungslosen Befliegung vollständig.
Wie viel Zeit spart eine Drohneninspektion gegenüber Gerüst oder Kletterteam?
Weil Gerüstbau, Genehmigungsprozesse und Sicherheitsvorkehrungen entfallen, lässt sich eine Drohnenbefliegung meist innerhalb von Stunden statt über mehrere Tage realisieren. Der tatsächliche Wert hängt von Anlagengröße, Zugänglichkeit und gewünschtem Prüfumfang ab.
Welche Aufnahmen liefert eine Infrastruktur-Inspektion per Drohne?
Je nach Anforderung hochauflösende RGB-Aufnahmen, Thermografie zur Erkennung von Wärmebrücken oder Feuchtigkeit, sowie auf Wunsch ein dokumentierter Befundbericht mit Bildmaterial. Für 3D-Dokumentation und Vermessung lassen sich Befliegungen zusätzlich mit RTK-Genauigkeit durchführen.
Braucht SKYLENZ für eine Infrastruktur-Befliegung eine besondere Genehmigung?
Das hängt vom jeweiligen Objekt und Luftraum ab – etwa Nähe zu Flughäfen, Wohnbebauung oder kritischer Infrastruktur. SKYLENZ klärt die erforderlichen Genehmigungen im Vorfeld jedes Einsatzes; Details dazu finden sich im Beitrag „Genehmigt, versichert, zertifiziert“.
Was kostet eine Infrastruktur-Inspektion durch SKYLENZ?
Der Preis richtet sich nach Objektgröße, Zugänglichkeit, gewünschter Sensorik (RGB, Thermografie, 3D) und Prüfumfang. Ein unverbindliches, individuelles Angebot erhalten Kommunen, Netzbetreiber und Industrieunternehmen über die Kontaktseite von SKYLENZ.
Fazit
Klassische Höheninspektion bleibt in vielen Fällen notwendig – aber längst nicht überall. Wo Sichtprüfung und Thermografie ausreichen, lässt sich mit einer Drohne Zeit, Geld und vor allem Sicherheitsrisiko sparen, ohne auf Dokumentationsqualität zu verzichten.
Sie möchten wissen, ob sich Ihre Anlage für eine Drohneninspektion eignet? Kontaktieren Sie SKYLENZ für eine unverbindliche Einschätzung.
Quellen:
DGUV, Statistik – Arbeitsunfallgeschehen 2023 — https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/4990
Netze BW, NETZinspect 2.0 — https://www.netze-bw.de/unsernetz/netzinnovationen/digitalisierung/netzinspect
Business Geomatics, Aufgeräumt: Drohne hilft bei Netzdokumentation — https://www.business-geomatics.com/aufgeraeumt-drohne-hilft-bei-netzdokumentation/
Steelmonks, Kostenanalyse für 200 qm Gerüst — https://steelmonks.com/blogs/nutzliches-fur-handwerker/wie-viel-kostet-es-200-qm-gerust-zu-stellen

