Der Sommer 2026 hat vielen Photovoltaik-Anlagen einiges abverlangt: Wochenlange Hitze, hohe Modultemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung setzen Zellen, Lötverbindungen und Bypass-Dioden dauerhaft unter Spannung. Was sich über die Saison an Belastung angesammelt hat, zeigt sich oft erst mit Verzögerung – nämlich im Spätsommer. Dann bietet sich das letzte verlässliche Zeitfenster, um Schäden sichtbar zu machen, bevor die Bedingungen für eine thermografische Prüfung bis zum nächsten Frühjahr wegfallen.
Was ein Hitzesommer mit Ihrer PV-Anlage macht
Module, die wochenlang deutlich über ihrer Nenntemperatur arbeiten, dehnen sich aus und ziehen sich beim nächtlichen Abkühlen wieder zusammen. Diese wiederholten Temperaturwechsel belasten Lötstellen, Zellverbinder und Bypass-Dioden mechanisch – Schäden, die sich nicht immer sofort, sondern oft erst nach Wochen als Hotspot oder Kontaktfehler zeigen. Hinzu kommt: Trockene, staubige Sommer begünstigen Verschmutzung durch Pollen, Staub und Vogelkot, und nach Hitzephasen folgen häufig Gewitter mit Hagel oder Sturmböen, die zusätzliche Mikrorisse verursachen können.
Der Spätsommer ist deshalb der richtige Moment, um Bilanz zu ziehen: Was hat die Anlage im Sommerbetrieb an Schäden angesammelt – und wo lohnt sich ein genauer Blick, bevor der Winter kommt?
Warum genau das Zeitfenster im Spätsommer ideal ist
Eine belastbare Thermografie braucht Sonne: Für einen ausreichenden thermischen Kontrast zwischen gesunden und defekten Zellen ist eine Einstrahlung von mindestens 600 W/m² erforderlich. In Deutschland ist das verlässlich nur zwischen etwa April und September gegeben – ab Oktober reicht die Einstrahlung an vielen Tagen nicht mehr aus, und von November bis Februar ist eine aussagekräftige Messung praktisch nicht mehr möglich.
Der Spätsommer bringt dabei einen zusätzlichen Vorteil gegenüber dem Hochsommer: Mit sinkenden Außentemperaturen steigt der erzielbare thermische Kontrast, da die Temperaturdifferenz zwischen defekten und gesunden Modulbereichen deutlicher ausfällt, je niedriger die Umgebungstemperatur ist. Ende August und im September treffen also zwei Faktoren zusammen, die im Hochsommer selten gleichzeitig vorliegen: noch ausreichend Einstrahlung für eine belastbare Messung, aber schon kühlere Luft für einen schärferen thermischen Kontrast. Wer diese Wochen verstreichen lässt, muss in der Regel bis zum nächsten Frühjahr warten.
Was die Drohnenthermografie sichtbar macht
Mit der Kombination aus Wärmebild- und RGB-Aufnahme lassen sich Defekte nicht nur erkennen, sondern auch eindeutig zuordnen:
- Hotspots: meist durch Verschmutzung oder Teilverschattung verursacht, sichtbar als lokale Temperaturerhöhung.
- Bypass-Dioden-Fehler: defekte Dioden erzeugen charakteristische Wärmemuster an ganzen Modulsträngen.
- Substring- und String-Ausfälle: ernstere elektrische Defekte, die eine zeitnahe technische Nachprüfung nötig machen.
- Mikrorisse und Kontaktfehler: oft Folge mechanischer Belastung durch Hitze, Wind oder Hagel.
- PID-Degradation: schleichender Leistungsverlust durch potentialinduzierte Degradation, im Thermogramm als flächige Auffälligkeit erkennbar.
SKYLENZ-Standard: Ausrüstung und Vorgehen
SKYLENZ setzt für die Inspektion die DJI Matrice 4T ein: 640 × 512 Pixel Thermalauflösung, zusätzlich 1.280 × 1.024 Pixel im hochauflösenden Thermal-Modus, eine thermische Empfindlichkeit von ≤ 50 mK NETD, 48-MP-RGB-Kamera und RTK-GPS für die präzise Zuordnung jedes Befunds. Die Vorgehensweise orientiert sich an den Anforderungen der IEC TS 62446-3, der technischen Spezifikation für die Infrarot-Thermografie an Photovoltaikanlagen im Außenbereich – von den Messbedingungen bis zur Dokumentation. Die Auswertung der Aufnahmen erfolgt auf Wunsch auch mit Unterstützung der SkyVisor-Plattform, die Auffälligkeiten vorklassifiziert und die manuelle Prüfung beschleunigt.
Jetzt Termin sichern – bevor der Winter kommt
Ein Befund im Spätsommer hat einen doppelten Nutzen: Er zeigt, was der Sommer an Belastung hinterlassen hat, und er schafft die Grundlage, um kritische Defekte noch vor Wintereinbruch reparieren zu lassen – bevor Schneelast, Sturm oder fehlende Einstrahlung eine erneute Prüfung bis zum Frühjahr verzögern. Für Betreiber, Verwalter und Landwirte im Kreis Wesel, Kreis Borken, Kreis Kleve und im Münsterland übernimmt SKYLENZ die komplette Inspektion inklusive Befundbericht.
Interesse an einer PV-Thermografie noch in diesem Spätsommer? Kontaktieren Sie SKYLENZ über die Kontaktseite, um einen Termin zu vereinbaren, solange die Bedingungen noch passen.
Quellen:
IEC TS 62446-3 – DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik — https://www.dke.de/de/normen-standards/dokument?id=7095524&type=dke%7Cdokument
PV-Thermografie: So bleiben PV-Anlagen sicher und wirtschaftlich – Haustec — https://www.haustec.de/energie/pv-module/pv-thermografie-so-bleiben-pv-anlagen-sicher-und-wirtschaftlich
Wann macht eine Solar Thermografie Sinn? – solarthermografie.de — https://www.solarthermografie.de/post/wann-macht-eine-solar-thermografie-sinn/
SKYLENZ, Kontakt — https://skylenz.de/kontakt/
REDAKTION
Björn Alexander
Redaktion & Gründer SKYLENZ
Meteorologe, Fachjournalist und Drohnenpilot mit STS-Lizenz. Recherchiert, verfasst und redigiert Beiträge auf skylenz.de.

