Blog

Hitzewelle 2026: Warum Ihre PV-Anlage jetzt besonders anfällig für Hotspots ist

Deutschland erlebt die dritte Hitzewelle des Sommers 2026 – mit Temperaturen von über 35 °C im Südwesten, bevor zum Wochenende Gewitter und Abkühlung folgen. Was für viele nach Freibad und Eis klingt, bedeutet für Photovoltaik-Anlagen eine echte Belastungsprobe.

Warum Hitze und Trockenheit Hotspots begünstigen

Zwei Effekte kommen bei einer Hitzewelle wie dieser zusammen:
1. Thermische Belastung: Module arbeiten bei sehr hohen Umgebungstemperaturen näher an ihrer Belastungsgrenze. Bereits kleine elektrische Schwachstellen – etwa an Zellverbindern oder Bypass-Dioden – erzeugen unter dieser Zusatzbelastung deutlich sichtbarere Temperaturunterschiede.
2. Verschmutzung durch Trockenheit: Anhaltende Trockenphasen, wie sie aktuell großflächig auftreten, lassen Staub, Pollenreste und Vogelkot auf den Modulen antrocknen, ohne dass Regen sie abwäscht. Genau diese Verschmutzung ist – wie unsere RGB-Aufnahmen bei aktuellen Inspektionen immer wieder zeigen – die häufigste Ursache für Hotspot-Bereiche.
Die Kombination aus beidem sorgt dafür, dass Hotspots in Hitzephasen häufiger auftreten und stärker ausfallen als im restlichen Jahr.

Was ist ein Hotspot – und was ein Substring-Fehler?

Ein Hotspot ist ein Bereich auf dem Modul, der sich im Thermografiebild deutlich wärmer darstellt als seine Umgebung. Die häufigste Ursache ist Verschmutzung, die den Stromfluss lokal behindert und die betroffene Zelle unnötig aufheizt.
Ein Substring-Fehler ist seltener, aber ernster: Hierbei fällt ein ganzer Teilstrang (Substring) von Zellen im Modul aus oder arbeitet fehlerhaft – sichtbar als klar abgegrenzter, gleichmäßig erwärmter Streifen im Thermografiebild. Anders als reine Verschmutzung lässt sich das nicht wegwischen; hier ist eine elektrische Prüfung nötig, um Ursache und Handlungsbedarf zu bestimmen.

Aus der Praxis: Was unsere aktuellen Inspektionen zeigen

In laufenden Auswertungen sehen wir aktuell exakt dieses Muster: An mehreren untersuchten Anlagen traten sowohl klassische, verschmutzungsbedingte Hotspot-Bereiche als auch vereinzelte Verdachtsfälle auf Substring-Fehler auf. Während die Hotspots durch Reinigung meist vollständig behoben werden können, erfordert ein Substring-Verdacht immer eine gezielte technische Nachprüfung – insbesondere dann, wenn die Temperaturdifferenz so hoch ausfällt, dass eine zeitnahe Rücksprache mit einem Elektriker empfohlen wird. Genau solche kritischen Differenzen zeigen sich in Hitzephasen deutlicher als sonst.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Inspektion ist

  • Maximale Sichtbarkeit: Thermische Auffälligkeiten sind bei hoher Einstrahlung und Belastung am deutlichsten erkennbar.
  • Ertrag steht auf dem Spiel: Gerade in sonnenintensiven Wochen wie jetzt verursachen unentdeckte Hotspots die größten Ertragsverluste – gemessen am möglichen Jahresertrag.
  • Vorbeugung vor Folgeschäden: Wird ein Substring-Fehler früh erkannt, lassen sich Folgeschäden und größere Reparaturen oft vermeiden.
  • Vor dem nächsten Wetterumschwung: Nach der aktuellen Hitzewelle werden Gewitter und Unwetter erwartet – ein guter Anlass, die Anlage vorher noch einmal zu prüfen, bevor Wind und Starkregen zusätzliche Belastung bringen.

 

 

So läuft eine Drohnen-Thermografie-Inspektion mit SKYLENZ ab

  1. Terminvereinbarung.
  2. Befliegung. Parallele Aufnahme von Thermal- und RGB-Bildern zur zuverlässigen Ursachenzuordnung.
  3. Auswertung. Abgleich von Thermal- und RGB-Daten, Klassifizierung der Auffälligkeiten.
  4. Bericht mit Handlungsempfehlung. Klar priorisiert, verständlich auch ohne technisches Fachwissen.

Häufige Fragen

Wie schnell sollte ich nach einer Hitzewelle prüfen lassen?

Am besten noch während oder direkt im Anschluss an eine anhaltende Hitze- und Trockenphase, solange die thermischen Auffälligkeiten am deutlichsten sichtbar sind.

Reicht eine Reinigung, oder braucht es immer einen Elektriker?

Bei reiner Verschmutzung reicht in der Regel die Reinigung. Bei Verdacht auf einen Substring-Fehler oder kritischen Temperaturdifferenzen ist eine elektrische Prüfung durch einen Fachbetrieb notwendig.

Kann ich Hotspots selbst erkennen?

Ohne Wärmebildkamera nur eingeschränkt bis gar nicht – Hotspots sind mit bloßem Auge nicht sichtbar, insbesondere wenn sie klein oder erst im Frühstadium sind oder der Grund keine Verschmutzung ist. Auch fehlt eine wichtige Kenngröße. Nämlich die exakte Temperatur, die Aufschluss über die Unterschiede zwischen kühlsten und heißesten Bereichen eines Moduls gibt.

SKYLENZ BLOG

NEUSTE BEITRÄGE

BLOGKATEGORIEN