Eine Photovoltaik-Anlage erhöht laut Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein das Brandrisiko eines Gebäudes nicht grundsätzlich – entscheidend sind Qualität der verbauten Komponenten und regelmäßige Wartung. Genau hier setzt die PV-Thermographie an: Sie macht Defekte sichtbar, bevor daraus ein Leistungsverlust oder im schlimmsten Fall ein Schadensfall wird. Für Betreiber ist sie damit ein adäquates Mittel, um sowohl die Leistungsfähigkeit als auch den Versicherungsschutz ihrer Anlage zu erhalten.
Brandschutz und Meldepflicht bei Photovoltaik-Anlagen
Wie die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein erläutert, sinkt das ohnehin geringe Brandrisiko einer PV-Anlage weiter, wenn hochwertige Komponenten verbaut und regelmäßig gewartet werden. Empfohlen werden unter anderem ein brandsicherer Freischalter, eine normgerechte Warnkennzeichnung sowie ein aktueller Elektro-Übersichtsplan am Zählerkasten für den Fall eines Feuerwehreinsatzes. Zusätzlich weist die Verbraucherzentrale auf eine oft unterschätzte Pflicht hin: Betreiber müssen ihre Photovoltaik-Anlage dem Gebäudeversicherer melden und den Versicherungsschutz entsprechend anpassen – wird diese Anzeigepflicht verletzt, drohen im Schadensfall Kürzungen der Leistung.
Diese Meldepflicht ist jedoch nur der erste Schritt. Ebenso wichtig ist der laufende Nachweis, dass die Anlage tatsächlich in einem sicheren und funktionstüchtigen Zustand betrieben wird – und genau dafür ist eine regelmäßige Prüfung per Thermographie ein wirksames Instrument.
Was PV-Thermographie leistet und warum sie sinnvoll ist
Bei der PV-Thermographie erfassen wir die Solarmodule mit einer Wärmebildkamera aus der Luft. Fehlerhafte Zellen, Verschaltungsfehler, Anschlussprobleme oder beginnende Zellbrüche erzeugen charakteristische Hotspots, die im Infrarotbild deutlich sichtbar werden – oft lange bevor sie mit dem bloßen Auge oder in den Ertragsdaten auffallen.
- Ohne Betriebsunterbrechung: Der Drohnenflug erfolgt im laufenden Betrieb, die Anlage muss dafür nicht abgeschaltet werden.
- Vollständige Erfassung: Auch schwer zugängliche Dachflächen und Freiflächenanlagen werden lückenlos erfasst, ohne dass jemand das Dach begehen muss.
- Frühzeitige Fehlererkennung: Defekte werden erkannt, bevor sie zu spürbarem Ertragsverlust oder im ungünstigen Fall zu einem Schadensereignis führen.
Als Drohnendienstleister richten wir unsere Thermografie an IEC TS 62446-3: dem internationalen Standard, der die Durchführung und Auswertung von Infrarot-Untersuchungen an PV-Anlagen per Drohne beschreibt.
Rechtlicher Rahmen: die wiederkehrende Prüfung nach DIN EN 62446-1
Für gewerblich betriebene elektrische Anlagen – dazu zählen auch PV-Anlagen – schreiben DGUV Vorschrift 3 und die Betriebssicherheitsverordnung eine wiederkehrende elektrotechnische Prüfung vor, die üblicherweise alle vier Jahre durch eine Elektrofachkraft nach DIN EN 62446-1 erfolgt. Unsere Thermografie ergänzt diese vorgeschriebene Prüfung: Sie deckt als Kategorie-2-Untersuchung im Sinne der Norm thermische Auffälligkeiten ab, die eine rein elektrische Messung nicht immer zuverlässig aufzeigt.
Wichtig für Betreiber: Die Thermografie selbst ist kein gesetzliches Muss, sondern eine empfohlene, sinnvolle Ergänzung der vorgeschriebenen Prüfung – und zugleich der praktikabelste Weg, den Zustand einer Anlage regelmäßig und ohne Abschaltung zu kontrollieren.
Versicherungsschutz seit 2024: die VdS-Klausel SK 3602
Seit dem 1. Januar 2024 verlangen viele gewerbliche Feuer- und Elektronikversicherer über die VdS-Klausel SK 3602 einen dokumentierten Nachweis der regelmäßigen Prüfung nach DIN EN 62446-1. Fehlt dieser Nachweis, gilt das als Mangel, der in der Regel innerhalb von drei Monaten behoben werden muss – unterbleibt das, drohen eine Kürzung der Versicherungsleistung oder im Extremfall der vollständige Verlust des Versicherungsschutzes wegen einer Obliegenheitspflichtverletzung.
Ein strukturierter Thermografie-Prüfbericht mit Datum, Messbedingungen und dokumentierten Auffälligkeiten ist damit nicht nur technisch wertvoll, sondern auch ein belastbarer Baustein für den geforderten Versicherernachweis. Hinzu kommt die allgemeine Verkehrssicherungspflicht nach § 823 BGB: Wer eine Anlage betreibt, muss dafür sorgen, dass von ihr keine Gefahr für Dritte ausgeht – auch das spricht für eine regelmäßige, dokumentierte Kontrolle.
Leistungsfähigkeit erhalten, bevor es teuer wird
Unentdeckte Hotspots und Mikrorisse kosten zunächst Ertrag – im weiteren Verlauf können sie zu größeren Schäden an Modulen oder Verkabelung führen. Wer seine Anlage regelmäßig thermografisch prüfen lässt, erkennt solche Defekte frühzeitig, kann gezielt nachbessern und vermeidet damit sowohl schleichende Ertragsverluste als auch teure Notfallreparaturen.
So führt SKYLENZ die PV-Thermographie durch
Für die Umsetzung setzen wir die DJI Matrice 4T mit kombinierter Wärmebild-, RGB- und RTK-GPS-Erfassung ein. Die Auswertung erfolgt auf Wunsch auch KI-gestützt über SkyVisor, eine Plattform, die auch von internationalen Energieunternehmen genutzt wird. Aber auch die Interpretation der Ergebnisse durch das DJI-Analysis-Tool liefert die gewünschten und zertifizierten Aussagen über den Zustand Ihrer Anlage.
- Messbedingungen nach Norm: Der Flug erfolgt erst ab ausreichender Solareinstrahlung, wie es IEC TS 62446-3 für belastbare Ergebnisse vorsieht.
- Meteorologisch Parameter: Strahlung der Sonne mindestens 600 W/qm und die Bedeckung bei maximal 2/8. Die Messung muss vor und nach der Abfliegen gemacht werden. Außerdem ist ein schwacher Wind von maximal um die 4 bis 8 Meter pro Sekunde vorgeschrieben. Bevor es losgeht muss die Anlage zudem unter Last laufen.
- Strukturierter Prüfbericht: Jede thermische Auffälligkeit wird mit Koordinaten, Temperaturwert und Einordnung dokumentiert – als Grundlage für Wartung und Versicherernachweis.
- Kein Betriebsstillstand: Die Anlage bleibt während der gesamten Untersuchung am Netz.
Mehr zum Ablauf einer thermografischen Untersuchung finden Sie in unserem Beitrag „PV-Anlage: Drohnen-Inspektion und Thermografie“ oder direkt auf unserer Leistungsseite PV-Thermografie mit Drohnen.
Fazit: PV-Thermographie als adäquates Mittel für Leistung und Versicherungsschutz
PV-Thermographie ersetzt nicht die vorgeschriebene Elektroprüfung nach DIN EN 62446-1 – sie ergänzt sie sinnvoll. Für Betreiber ist sie damit ein adäquates, praxistaugliches Mittel, um Defekte früh zu erkennen, die Leistungsfähigkeit der Anlage dauerhaft zu erhalten und den seit 2024 von vielen Versicherern verlangten Prüfnachweis zu liefern.
Sie möchten Ihre PV-Anlage thermografisch prüfen lassen? Kontaktieren Sie SKYLENZ für ein individuelles Angebot.
Quellen:
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein, Brandschutz bei Photovoltaikanlagen — https://www.verbraucherzentrale.sh/wissen/energie/photovoltaik-brandschutz
IEC TS 62446-3, International Electrotechnical Commission — https://webstore.iec.ch/en/publication/28628
SKYLENZ, PV-Anlage: Drohnen-Inspektion und Thermografie — https://skylenz.de/aktuelles/pv-anlage-drohnen-inspektion-thermografie-skylenz/
SkyVisor Thermografie-Plattform — https://www.skyvisor.ai/de/thermography/

