Blog

Brennende PV-Anlage: Was wirklich passiert – und wie Thermografie das Risiko senkt

Löscht die Feuerwehr ein Haus mit Photovoltaikanlage im Ernstfall gar nicht erst? Dieses Gerücht hält sich hartnäckig – ein aktueller BILD-Bericht räumt damit auf: Carsten-Michael Pix vom Deutschen Feuerwehrverband nennt es im Gespräch mit myHOMEBOOK „vollkommenen Unsinn“. Gleichzeitig zeigt ein Einsatz aus Löschenrod im Landkreis Fulda erst vor wenigen Tagen, dass ein PV-Brand für Einsatzkräfte trotzdem eine besondere Herausforderung bleibt. Für Betreiber heißt das: Die eigentliche Frage ist nicht, ob die Feuerwehr hilft, sondern wie sich ein Brand von vornherein verhindern lässt – und genau hier setzt regelmäßige PV-Thermografie an.

 

 

Löscht die Feuerwehr bei einer PV-Anlage überhaupt?

Die Einsatzkräfte unterstützen laut Deutschem Feuerwehrverband grundsätzlich immer – das Vorgehen richtet sich nach der jeweiligen Lage, nicht danach, ob eine Solaranlage verbaut ist. Nur wenn ein Gebäude bereits vollständig in Flammen steht, kann die Feuerwehr entscheiden, einzelne Bereiche kontrolliert abbrennen zu lassen; diese Entscheidung folgt den üblichen Einsatzprinzipien und hat nichts mit der PV-Anlage zu tun. Der Ursprung des Gerüchts liegt laut Bericht vermutlich mehr als 15 Jahre zurück, als die Technik noch neu war und ein Einsatzteam bei einem Brand überfordert war – Bilder davon halten sich bis heute in den Köpfen.

Richtig ist aber auch: Solarmodule auf dem Dach können den Zugang zum Brandherd erschweren und müssen im ungünstigsten Fall erst entfernt werden, bevor die Löscharbeiten fortgesetzt werden können. Löschbar ist ein PV-Brand damit immer – nur eben oft aufwendiger als ein gewöhnlicher Dachstuhlbrand.

 

 

Wie es überhaupt zu einem PV-Brand kommt

Wie aufwendig das werden kann, zeigte ein Einsatz in Löschenrod bei Eichenzell (agrarheute): Vier Module standen in Flammen, das Feuer hatte bereits auf die darunterliegende OSB-Platte übergegriffen. Feuerwehrleute mit Atemschutz mussten mehrere Module abnehmen, um an die Glutnester zu kommen, setzten eine Drehleiter ein und tauschten die Löschtrupps wegen der enormen Hitze laufend aus.

Als typische Brandursachen an PV-Anlagen nennt der Bericht Installationsfehler, Komponentenfehler, Überspannung im Wechselrichter sowie minderwertige oder schlecht installierte Steckverbindungen. Genau solche Steckverbindungen können Lichtbögen erzeugen – kleine, aber extrem heiße Entladungen, die entweder die Anlage selbst oder brennbares Material in der Nähe entzünden. Photovoltaikanlagen erhöhen das Brandrisiko eines Gebäudes damit nicht grundsätzlich, entscheidend sind Qualität der Komponenten und regelmäßige Wartung.

 

 

Was Thermografie sichtbar macht, bevor es brennt

Genau die Defekte, die laut Bericht zu Lichtbögen und Bränden führen können, kündigen sich vorher an – nur eben nicht mit bloßem Auge sichtbar. Eine lose, korrodierte oder überlastete Steckverbindung erwärmt sich unter Last messbar stärker als ihre Umgebung, lange bevor daraus ein Lichtbogen entsteht. Im Wärmebild erscheint das als klar abgegrenzter Hotspot – dieselbe Art von Auffälligkeit, die auch defekte Bypass-Dioden, Mikrorisse oder Substring-Ausfälle erzeugt und die Leistung der Anlage mindert.

  • Steckverbinder und Anschlussstellen: werden bei der Drohnenbefliegung mit erfasst, punktuelle Überhitzung wird als Hotspot sichtbar.
  • Wechselrichter-nahe Verkabelung: lässt sich thermografisch auf ungewöhnliche Erwärmung prüfen, ein Hinweis auf Überspannung oder Kontaktprobleme.
  • Frühwarnung statt Notfall: ein im Prüfbericht dokumentierter Hotspot lässt sich gezielt und ohne Zeitdruck durch eine Elektrofachkraft nachbessern – statt erst zu handeln, wenn es bereits raucht.

 

 

Sicherheit, Leistung und Versicherungsschutz in einem

Genau diese drei Effekte gehören zusammen: Eine regelmäßige PV-Thermografie senkt das Brandrisiko, weil sie Vorstufen von Lichtbögen früh erkennt, erhält die Leistungsfähigkeit der Anlage, weil dieselben Defekte auch Ertrag kosten, und liefert den strukturierten Prüfnachweis, den viele Versicherer über die VdS-Klausel SK 3602 seit 2024 einfordern. Wie dieser versicherungsrechtliche Teil im Detail funktioniert, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „PV-Thermographie erhält Leistung und Versicherungsschutz Ihrer Solaranlage“.

 

 

Praktische Empfehlungen für Betreiber

  • PV-Anlage kennzeichnen: Hinweisschilder an Zufahrt, Hauseingang und Sicherungskasten helfen der Feuerwehr im Ernstfall, schneller sicher zu handeln.
  • Notabschalter und Anlagenplan bereithalten: ein aktueller Plan zeigt Einsatzkräften auf einen Blick, wo stromführende Leitungen verlaufen.
  • Gebäudeversicherung anpassen: die PV-Anlage sollte dem Versicherer gemeldet und der Vertrag entsprechend angepasst sein.
  • Regelmäßig thermografisch prüfen lassen: am wirksamsten, bevor aus einem unauffälligen Kontaktfehler ein Notfall wird.

Ein PV-Brand ist selten – aber wenn er passiert, zeigt sich meist, dass ein früh erkennbarer Defekt unbemerkt blieb. Mit einer thermografischen Inspektion per Drohne lässt sich genau das verhindern, ohne dass die Anlage dafür abgeschaltet werden muss.

Interesse an einer PV-Thermografie für Ihre Anlage? Kontaktieren Sie SKYLENZ für einen Termin.

 

 

Quellen:

Brennende Photovoltaikanlage? Was man laut Feuerwehr wissen sollte – BILD — https://www.bild.de/leben-wissen/wohnen-living/brennende-photovoltaikanlage-was-man-laut-feuerwehr-wissen-sollte-6a72f61e2b19377cc12305cb

PV-Anlage auf dem Dach brennt: So geht die Feuerwehr vor – agrarheute — https://www.agrarheute.com/energie/strom/pv-anlage-dach-brennt-so-geht-feuerwehr-642199

SKYLENZ, PV-Thermographie erhält Leistung und Versicherungsschutz — https://skylenz.de/aktuelles/pv-thermographie-leistung-versicherungsschutz/

 

Hinweis zum Teaser-Bild: KI-generiertes Bild

SKYLENZ BLOG

NEUSTE BEITRÄGE

BLOGKATEGORIEN