Der europäische Industrieverband UAV DACH fordert im Rahmen der nationalen Luftfahrtstrategie konkrete Maßnahmen, um die Skalierung der Zukunftsindustrie Drohnen zu ermöglichen. Zwar bestätigt die kürzlich von der Bundesregierung vorgelegte Luftfahrtstrategie die zentrale sicherheits- und industriepolitische Relevanz der unbemannten Luftfahrt, doch der Verband warnt vor Selbstzufriedenheit. Den vagen Ankündigungen müssen jetzt konsequente Taten folgen.
Deutschland droht im internationalen Vergleich abgehängt zu werden
Bei der Leitmesse XPONENTIAL Europe im März 2026 wurde deutlich, dass unbemannte Systeme eine Schlüsseltechnologie für künftiges Wirtschaftswachstum und sicherheitspolitische Resilienz sind. Allerdings droht Deutschland – und Europa insgesamt – im internationalen Vergleich abgehängt zu werden. Sowohl beim militärischen Einsatz von Drohnen als auch bei deren Nutzung durch Behörden, beim Bevölkerungsschutz oder in der Privatwirtschaft ergeben sich täglich neue Anwendungsmöglichkeiten mit stetig steigender Nachfrage.
Die neue Luftfahrtstrategie benennt zwar richtigerweise die zentrale Bedeutung unbemannter Systeme, bleibt aber im Ungefähren und konkrete Anliegen der UAS-Industrie blieben unberücksichtigt.
Die neue Luftfahrtstrategie benennt zwar richtigerweise die zentrale Bedeutung unbemannter Systeme, bleibt aber im Ungefähren und konkrete Anliegen der UAS-Industrie blieben unberücksichtigt.
„Es darf nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben”
„Es darf jetzt nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben”, mahnt Dr. Gerald Wissel, Vorstandsvorsitzender von UAV DACH. „Wir sehen in Ländern wie den USA, China oder auch Israel eine massive finanzielle und strukturelle Unterstützung der zivilen und militärischen UAS-Industrie. Deutschland und Europa können es sich nicht leisten, hier vollends den Anschluss zu verlieren.”
Von zentraler Bedeutung ist jetzt der schnelle Aufbau industrieller Fertigungskapazitäten sowie resilienter Lieferketten. Diese sind erforderlich, um sowohl flächendeckend zivile Anwendungen zu ermöglichen als auch kurzfristig auf Veränderungen der Sicherheitslage reagieren zu können.
Von zentraler Bedeutung ist jetzt der schnelle Aufbau industrieller Fertigungskapazitäten sowie resilienter Lieferketten. Diese sind erforderlich, um sowohl flächendeckend zivile Anwendungen zu ermöglichen als auch kurzfristig auf Veränderungen der Sicherheitslage reagieren zu können.
Verlässliche Nachfragesignale statt kurzfristiger Subventionen
Um deutsche und europäische Hersteller die Voraussetzungen schaffen zu können, hochwertige und preislich wettbewerbsfähige Drohnen in großen Stückzahlen zu produzieren, sind verlässliche und planbare Nachfragesignale essenziell. Die UAS-Industrie benötigt daher keine kurzfristigen Subventionen, sondern ein nachhaltiges Bekenntnis zum „Drohnenstandort Deutschland” als Zugpferd einer europäischen Drone-Economy.
Behörden, der öffentliche Dienst, BOS-Organisationen oder KRITIS-Unternehmen sollten bereits heute als Ankerkunden eine verlässliche Nachfrage schaffen, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der eigenen UAS-Industrie zu unterstützen.
Behörden, der öffentliche Dienst, BOS-Organisationen oder KRITIS-Unternehmen sollten bereits heute als Ankerkunden eine verlässliche Nachfrage schaffen, um Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit der eigenen UAS-Industrie zu unterstützen.
Positiv: Integration in gemeinsamen Luftraum
Positiv bewertet UAV DACH, dass die Bundesregierung die Integration von Drohnen in einen gemeinsamen Luftraum mit bemannten Luftfahrt ermöglichen möchte. Die explizite Aufnahme der UAS-Industrie ins Luftfahrtforschungsprogramm und dessen stärkere Ausrichtung auf kleine und mittelständische Unternehmen werden ausdrücklich anerkannt.
Doch die unbemannte Luftfahrt muss jetzt dringend eine noch weitaus höhere Priorität erhalten und Ziele wie die vollständige Integration von Drohnen in einen digitalisierten Luftraum bis spätestens 2035 klar benannt werden. Insgesamt vermittelt die aktuelle Luftfahrtstrategie nicht den Eindruck, dass das enorme Potenzial unbemannter Systeme für breite Öffentlichkeit, Unternehmen, Land- und Forstwirtschaft sowie nationale Sicherheit vollständig erkannt wurde.
Doch die unbemannte Luftfahrt muss jetzt dringend eine noch weitaus höhere Priorität erhalten und Ziele wie die vollständige Integration von Drohnen in einen digitalisierten Luftraum bis spätestens 2035 klar benannt werden. Insgesamt vermittelt die aktuelle Luftfahrtstrategie nicht den Eindruck, dass das enorme Potenzial unbemannter Systeme für breite Öffentlichkeit, Unternehmen, Land- und Forstwirtschaft sowie nationale Sicherheit vollständig erkannt wurde.
Quelle UAV DACH – European Association for Unmanned Aviation

